Am Samstag, 30.06.2007 holte ich voller Elan und Vorfreude meine Mädels gegen 10:00 Uhr ab, unser Ziel: der Gosaukamm, welchen wir umrunden wollten. Nachdem wir unsere Rucksäcke noch mit Nahrhaftem gefüllt hatten, gings mit der Gondel hinauf zur Zwieselalm. Oben angekommen gönnten wir uns als Stärkung noch ein Mittagessen auf der Gablonzerhütte, von wo aus wir dann um 14:00 Uhr unsere Tour starteten.
Nach 15 Minuten erreichten wir die Abzweigung, welche auf den Donnerkogel führte. Wir folgten diesem Weg und waren nach über 2 Stunden Gehzeit auf dem Donnerkogel auf 2.055 m , von wo aus sich uns ein traumhafter Blick eröffnete.
Für meine Mädels war es die erste Bergtour seit langem. Auf eigene Verantwortung entschieden wir uns dann für die Tour Richtung Strichkogel - Stuhlalm. Wir wussten bereits, dass der Weg nicht ganz ohne ist, aber konnten uns das ganze Ausmaß doch nicht vorstellen! Der Weg war extrem schwierig und die zusätzliche Verantwortung für die Mädels lastete auf meinen Schultern. Nach den ersten 5 Tritten hinunter an der Wand spielte ich in meinem Kopf mit dem Gedanken, doch umzudrehen. Christa und Romi versicherten mir nochmals, dass jeder in seiner eigenen Verantwortung geht und wir das jetzt durchziehen. Gesagt getan. Wir stiegen weiter. Das Problem war, dass die Wände rückwärts hinunterzusteigen waren, daher war es für uns doppelt so schwierig, den richtigen Tritt zu machen. Der Zeitdruck lastete auf unseren Schultern , einige schwarze Wolken zogen vorbei... ca. in der Mitte des Weges holte uns dann ein Kletterer ein, welcher sich als unser "Engel" erwies. Er führte uns sicher durch den 2. Abschnitt des Extremstückes des Berges und stieg uns jeweils voraus. Wir stießen auf ein Rudel voller Gämse, wie galant diese doch auf den Bergen unterwegs sind! Nach über 1 Stunde Kletterei verließ uns unser Helfer wieder und erklärte uns den weiteren Weg, welcher jedoch sicher und ohne neuerlichen heiklen Passagen bewältigt werden konnte. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir unser Tagesziel, die Theodor Körner Hütte. Wir wurden bereits freundlich willkommen geheißen, der Kletterer hatte uns bereits angekündigt! Er gab uns noch folgenden Leitsatz auf den Weg: "Der Berg gehört Dir erst dann, wenn Du wieder unten bist, bis dahin gehörst du dem Berg!" Auf der Hütte angekommen ließen wir uns erschöpft nieder und kosteten den einen oder anderen Zirbenschnaps bevor unser Weg ins Nachtlager führte....
Nach einer unruhigen Nacht im Lager brachen wir nach unserem Frühstück gegen 8:00 - 8:30 erneut auf. Unser weiterer Weg führte uns im ersten Abschnitt zur Hofpürglhütte. Begleitet vom Almrausch und traumhaften Wetter erreichten wir erst gegen 11:30 dieses Ziel.
Meine überschüssige Energie versprühte ich, indem ich nicht den direkten Weg ging sondern einfach auf und ab hüpfte!
Die Mädels waren schon relativ erschöpft und für mich war zu diesem Zeitpunkt klar, dass die Route für Anfänger doch zu anstrengend war und ich mich da etwas verplant hatte - ein kleiner Berg zum Anfang wär da viel besser gewesen.... Wir gönnten uns eine warme Suppe und weiter gings Richtung Steiglpass - langsam. Ein traumhafter Abschnitt, dieser Aufstieg zum Steiglpass auf über 2.000 m! Oben angekommen packten wir unsere Jause aus und genossen den traumhaften Augenblick!
Über Schneefelder gings dann wieder zurück ins Tal, welches wir gegen 16:30 erreichten. Eine Traumtour geht zu Ende. Wir werden noch mit einem letzten Blick über den Gosausee auf den Dachstein belohnt! Wer weiß, vielleicht wird's mein nächster sein! ;-)


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