Postalmklamm Klettersteig (Bei einer Bewertung von A bis E erreicht der Klettersteig C bis D/E; 450 Höhenmeter) - wie spannend!! Wir freuten uns schon lange riesig auf diesen Klettersteig, doch irgendwie kam alles anders als geplant....
An diesem wunderschönen herbstlichen Wahlsonntag treffen Klaus und ich uns gegen 12:00 Uhr mit Klaus's Arbeitskollegen Andreas am gut beschilderten Parkplatz des Postalm-Klettersteiges. Wir wandern entlang der Sulzau-Forststraße bis zur Übersichtstafel des Klettersteiges. Den Weg bis dahin sind Klaus und ich bereits einmal gegangen, damals auf dem Weg zum Rinnkogel, der uns noch immer in toller Erinnerung ist. Wir legen unser Klettersteigzeugs an, wandern über ein markiertes Waldsteiglein ca. 10 Minuten und erreichen anschließend die Seufzerbrücke, eine 35m-lange Hängebrücke über die Klamm, die uns durch viele Fotos, die wir davon schon gesehen haben, richtig "vertraut" vorkommt!
Ganz ohne Schwierigkeiten meistern wir diese und wandern wieder teils durch Wald dann entlang der Felswand, welche glatt und rutschig uns sich zeigt, bis zur nächsten Brücke, der Hangelbrücke. Dort überholen wir gleich mal ein Pärchen, welches mit der Brücke zu kämpfen hatte (für kleinere Personen aufgrund der hoch angesetzten Seilsicherung sehr schwierig!). Im Anschluss geht es am Fels entlang, oberhalb des Baches (Spuren vom Kyrill befinden sich noch im Bach, lauter Gehölz udgl.!) zum Gatt-Sprung, dem Highlight dieses Klettersteiges...
Man muss einen Sprung wagen, um zur anderen Schluchtseite zu gelangen... Andreas steht schon kurz vorm Absprung... ich zögere etwas bevor ich den Sprung antrete... wowwww.... das nenn' ich Mutprobe! Wir alle 3 meistern den Sprung bravorös! Danach geht es wieder einige Höhenmeter hinab bevor wir die Wasserfallbrücke überqueren, im Anschluss steigen wir an der Karstquellenwand auf. Vorbei an der großen und kleinen Badewanne, welche bei heißem Wetter zu einem Bad einladen würde, gehen wir ein markiertes Waldsteiglein zur Gamsleckenwand...
Nun folgt der schwierigste und schreckensreiche Teil sowie das Schlüsselstück des Klettersteiges, die Gamsleckenwand, 2 Überhänge und dadurch sehr kräfteraubend, auch Handkraft ist gefordert! Es besteht die Möglichkeit, diesen Teil über einen Waldsteig zu umgehen, doch wir wollen es zumindest probiert haben. Andreas klettert vor, ich nach und Klaus als Schlusslicht. Die Gamsleckenwand ist kräfteraubender als ich gedacht habe, die "Muckis" gehen mir ab und ich muss mir einen Stand bauen, da ich am Ende meiner Kräfte bin.
Im Bild: Ich am Anfang der Wand und Andreas bei der Passierung der D/E Stelle. Irgendwie schaffte ich die steile und luftige Querung, D/E Stellen, und ereiche den sogenannten Rastplatz. Das war absolutes Limit für mich, mehr geht nicht... wir schauen zurück, sehen noch kurz Klaus und plötzlich stürzt Klaus vor unseren Augen ab - an der Schlüsselstelle der Wand, ca. dort wo im Bild oben Andreas zu sehen ist... Nach den anfänglichen Schreckmomenten klettert Andreas zurück zu ihm und vergewissert sich, dass nicht mehr passiert ist. Klaus ist ca. 2 Meter abgestürzt, er war mit einer Bandschlinge gesichert und ist auch in diese gefallen, was aber im Nachhinein wohl sein Vorteil war, da er im Klettersteigset weiter abgestürzt wäre. Was ist passiert? Wie wir im Anschluss erfahren haben, hat sich Klaus - auch mit der Kraft kämpfend - an einem Trittstift festgehalten und ist abgerutscht. Klaus klettert die Wand wieder tapfer zurück... gezeichnet von Schmerzen am linken Knie. Nun, ich musste aber auch wieder irgendwie aus dieser Wand raus und da der Weg nach oben leichter ist als nach unten, kletterten ich und Andreas die Wand hinaus. Froh war ich, als ich dann am Ende der Gamsleckenwand Klaus sehen konnte, da ich ja nicht wusste was ihm fehlte. Er kann zwar noch auf den Fuß steigen, jedoch konnte er das Knie nicht mehr richtig abbiegen. Aber da wir uns im Klettersteig befanden blieb uns nix anderes übrig, als diesen zu Ende zu gehen. Tapfer machte Klaus dies auch... es galt noch einen Waldsteig zu bewältigen, der uns nach ca. 10 Minuten zur Dschungelbrücke führte. Ich hatte kein gutes Gefühl, als Klaus mit seinem kaputten Knie die Seilbrücke in Angriff nahm, aber es ging gott sei dank hier doch noch alles gut. Danach ging es unschwierig bergauf in den Schnitzhofwald und dann auf flachem Weg zur Postalmstraße und weiter zur Schnitzhofalm. Wir gönnten uns noch eine Kasjause (und a Bier für den Verletzten!) bevor ich das Auto und anschließend Klaus von der Alm abholte. Heute, 2 Tage danach, kann ich sagen, dass wir soo großes Glück hatten. Nachdem Klaus gestern nicht auf den Fuß steigen konnte, geht es heute schon viel viel besser und der "Verletztenstatus" samt dazugehöriger Pflege wird hiermit offiziell aufgehoben!!! ;-)
Klaus spricht schon wieder von den nächsten Abenteuern, die wir in Angriff nehmen sollen!! Gott sei Dank ist nichts gebrochen und die Bergsaison 2008 hiermit doch noch nicht zu Ende! So schnell könnte es gehen, wir wurden wieder mal auf den Boden der Realität geschmissen.... Mit Absturz erreichten wir nach 3,5 h die Alm. Zustieg zum Steig war ca. 15 Minuten.
Alles in allem, ohne Absturz natürlich, ein absolut geiler Fun- und Abenteuer Klettersteig der Sonderklasse mit ganz viel Nervenkitzel! Es war zwar äußert rutschig und gatschig, daher wär's bei längerem trockenem Wetter wohl empfehlenswerter, ganz ohne Nässe wird's wohl nie gehen, da der Klettersteig ja entlang einer Klamm angelegt ist. Mehr Bilder und Topo gibts unter... http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=1455
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