Er ist ein mächtiger Bergstock in den Dolomiten, um gut 2 Kilometer ragt er überm Eisacktal in den Himmel. Er ist DAS Wahrzeichen Südtirols, dieser lang gestreckte, graue Elefantenrücken, davor die beiden markanten, frei stehenden Türme, benannt nach den Erstbesteigern Santner und Euringer und gleichzeitig ist er Teil alter Legenden von Hexen und Magie http://www.seiseralm.it/de/themen/familie/sagen-hexen/DER SCHLERN - und genau da wollen wir heute hin, auf seinen Rücken und den höchsten Punkt, den Monte Pez auf 2.564m.
Unser Ausgangspunkt für den Gipfelsieg soll die Hotelsiedlung Compatsch auf 1.844m auf der Seiser Alm sein. Die Seiseralm gillt als eine der markantesten Landschaftswundern in den Dolomiten und ist die größte Hochalm Europas. (160 km2 / 8.000 Fußballfelder!) Compatsch erreicht man am Besten mit der Seiser Alm Bahn von Seis am Schlern aus. (Auffahrt mit dem Auto wäre zwischen 17:00 und 9:00 Uhr gestattet). Da wir aber erst gegen 9:15 antrudeln (unser Weg führte über Kastelruth und wir konnten uns von den Spatzen nicht trennen! ;-)) , war die Auffahrt mit dem Auto für uns sowieso nicht möglich. Mit der Sesselbahn erreichten wir daher die Seiser Alm... Wir folgen dem Weg Nr. 10 der uns quer über die Seiser Alm zum Fuße des Schlern führt. Ein klarer Tag mit wunderbarer Fernsicht wird das, unser Gemüt zeigt sich erfreut! ;-)
Alleine eine Wanderung auf der Seiser Alm wäre allemal die Anfahrt wert. Auf der Alm weiden Pferde und viele Spazierwege lassen Wanderer unterschiedlicher Art hier Ausklang finden. An der Spitzbühlhütte vorbei steigen wir zur Prosslinger/Saltner Schwaige ab, queren einen Bach mit kleinem Wasserfall
und machen uns erneut zum Gegenaufstieg auf, noch immer am Fuße des Schlerns, bis zur Saltnerhütte. (ca. 1,5 h Wegzeit) Von dort begeben wir uns auf dem Weg Nr. 1 über den Frötschengraben, am Steilhang in Kehren bergan
zum Schlernplateau. Der gesamte Aufstieg lässt unser Herz höher schlagen, einfach wie aus dem Bilderbuch, die Bergwelt rund um uns! A riesen Freid! ;-)
Von dort begeben wir uns südwestlich zum Schlernhaus auf 2.457m,
ein überdurchschnittlich schönes Haus (das ist nun wirklich keine Hütte mehr!) mit direktem Blick auf den Rosengarten, den Vajoletttürmen und der übrigen umliegenden Bergwelt. Wir rasten, an der Hausmauer geschützt vorm Wind, und genießen die Aussicht und den Moment.
Da oben wollen wir einmal eine Nacht verbringen, das ist fix.. und den Sonnenuntergang beobachten...
Heute gehts aber weiter, vorerst auf den Monte Pez, den höchsten Punkt des Plateaus, den wir vom Schlernhaus in etwa 15 Minuten erreichen. Ein wahrhaftig schöner Aussichtsberg am Westrand der Dolomiten ist das hier oben, mit einem Blick von immenser Weite... das wär bestimmt auch was für Mama & Papa... nächstes Jahr werden's mit eingepackt! ;-)
Gemütliche Leut auf dem Gipfel, die uns auch noch ein Gipfelfoto gratis "spendieren"...
(Unsere Fotografen: Von den 2 Ost-Berliner gibts a Gratis-Foto - als Entschädigung für die Abzocke am Checkpoint Charly! ;-)) *insider* Wir unterhalten uns lange und gerne mit dem Pärchen "mittleren" Alters, die am liebsten jeden Tag in den Bergen wären, und verstehen erst jetzt wieder mal, wie gut wir es eigentlich haben, in Österreich und genau zu dieser Zeit zu leben. Die 2 sportlichen Gipfelaspiranten konnten nämlich erst nach der Wende auf die Berge gehen, bis dahin blieben Ihnen diese versperrt...Nach langer Auftankphase am Gipfel - wir haben es reichlich genossen -
begeben wir uns wieder auf den Rückweg... über das Schlernhaus (im Hintergrund der Rosengarten!) ... 
wieder talwärts, jedoch nicht auf altbekanntem Wege. Wir haben uns entschlossen, eine Überschreitung nach Völs am Schlern zu machen (Tipp von 2 Bergsteigern!), wo wir den Wandererbus (hoffentlich gibts den auch wirklich!) nach Seis nehmen wollen. Wir nehmen den Steig Nr. 1, welcher direkt vom Schlernhaus in entgegengesetzter Richtung zum Aufsteig über steiles Gelände zur Sesselschwaige führt. Ob der Name wohl von seinen gemütlichen Sesseln kommt? Wir wissen es nicht, egal,"hinghockt und Zeit vergessen... - is des gmiatlich" ;-)

Im Anschluss führt der bekannte Prügelweg durch die von senkrechten Wänden umgebene Schlucht.
Der aus einzelnen Holzplanken erbaute Prügelweg wurde gemacht, um die Kühe der Völser Bauern auf den Schlern zur Sommerweide zu treiben. - Auf die Sesselschwaige führt keine Straße, der Bauer geht jeden Tag zu Fuß nach Völs und bringt Nahrungsmittel und Getränke mit seinem Muli hinauf! Der Bauer dürfte desweiteren ein Schnitzer sein... am ganzen weglang finden wir immer wieder geschnitzte Skulpuren.. einen Uhu, einen Wolf, Hirschen und viele mehr... Am Ende des Prügelweges führt ein schotteriger Steig weiter bergab..
bis ein schmaler Steig nach rechts in westlicher Richtung abzweigt und schließlich in einen Waldweg übergehend zur Tuffalm führt. Es geht weiter zum Völser Weiher, wo eine schmale Fahrstraße nach links abbiegt, auf der wir nach Völs hinunter wandern.
Höhenunterschied Aufsteig: 693m, Abstieg: 1.680m In Völs angekommen nehmen wir den Bus, der uns gegen 18:00 Uhr wieder zum Auto am Parkplatz der Seiser Alm Bahn bringt. Das war ein Tag, den wir so schnell nicht mehr vergessen.... wie schön....
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