Sonntag, 9. November 2008

Kleiner Pyhrgas (2.023m); 09.11.2008

Schon wieder Traumwetter in den Bergen - Nebelsuppe im Tale... da heißt es reiss aus nehmen - raus aus dem Bett und ab Richtung Berge!

Eibenberg oder Kleiner Pyhrgas waren die von mir vorgeschlagenen Tourenziele... "Welcher ist höher, den nehm'm ma - weniger Leut und bessere Aussicht", so Bergfex Klaus. Gesagt getan, wir brechen an diesem Novembertag auf einen 2.000er auf. Auch nichts Alltägliches im vorletzten Monat des Jahres, wenngleich man bedenkt, dass wir im September auf 1.700m im Schnee gestanden sind! Und eines sei vorweg noch angefügt: Der Kleine Pyhrgas ist auf jeden Fall ein Großer!
Aus dem Nebelloch raus kommen wir erst kurz vor Spital am Pyhrn, wir starten unsere Tour am Parkplatz in Fahrenberg/Oberweng (850 m) bei der Flindermühle. Zu diesem Zeitpunkt, als ich das erste mal aus dem Nebel rauskam und die Berge bewundern konnte, vor allem eben den Kleinen Pyhrgas, rechnete ich definitiv nicht damit, dass diese Tour heute - aufgrund der großen Schneemengen, die mindestens auf 1.700m herunterreichten - positiv, d.H. mit einem Gipfelsieg, zu Ende zu bringen ist. Ich zweifelte an Klaus's Wahl, lies mich aber im Anschluss gerne eines besseren belehren...

Der Weg Nr. 616 führt uns, angenehm ansteigend mit bereits grandioser Aussicht...in etwas weniger als 1 Stunde auf die Gowilalm (ca. 3 km ab Parkplatz), die Ihren Namen von einen Franzosen namens Gauville erhielt, der sich in den Franzosenkriegen lange Zeit auf der Alm versteckt hielt. Wir bewundern das Tote Gebirge, den Großen Priel mit Spitzmauer, Warscheneck und viele weitere... aber auch auf den Hausberg, den Kleine Pyhrgas, der von Schnee angezuckert und mir noch gar nicht recht gefällt, fällt unser Blick.... Wir folgen dank meines Optimisten dem Anstiegsweg zum Kleinen Pyhrgas. Ein interessanter Steig führt anfangs sanft, dann steil in Serpentinen durch Latschenhänge und Fels mit kleinen Kletterpartien, gesichert mit u.a. einer Stahlkette, die dem Alter nach der Franzose Gauville angebracht haben dürfte....
Eine Gamsfamilie mit Babygämsen zeigt uns deren Kletterkünste, genau hier erreichen wir die Schneegrenze... Motiviert von den Sprüngen der Babygämse setzen wir unseren Weg fort... Wir erhaschen bereits einen Blick auf den Gipfel... und setzen unseren Aufstieg durch frischen Neuschnee fort...Wir freuen uns, den Gipfel in etwa 1,5 Stunden nach der Gowilalm erreicht zu haben. Da bleibt dann fast das Herz stehen so schön ist es hier oben. Worte sind annähernd überflüssig und da geht sogar die sonst so redselige Sandra in sich und wird ruhig....Eine beinahe unbeschreibliche Fernsicht... Nur noch zur Erklärung... Der Große Pyhrgas und der Scheiblingstein in unmittelbarer Nähe zeigen sich uns im Schneekleid, Blick hinaus in die Steiermark, im Tal noch immer eine dicke Nebelschicht...

Auch die Prielgruppe direkt vor unserern Augen, der Grimming in greifbarer Nähe, sogar der Großglockner ist (meiner Meinung nach, aber da lass ich ev. mit mir verhandeln!) zu erblicken.. Wir genießen die Ruhe am Gipfel, es sind nur noch 5 weitere Personen hier. Das muss ich nun mal zugeben: Die Auswahl war genial! Wir sind soo stolz, dass wir den Gipfel erreicht haben...

Aller Abschied fällt schwer... wir brechen nach 1,5 h am Gipfel zum Rückweg auf... jeder Moment hat ein Ende... der Abstieg ist aber schwerer als erhofft... "Lieber 2 mal rauf als 1 mal runter" - da sind wir uns einig... der Schnee und die teilweise gefrorenen Stellen sind heimtückisch... sowohl Klaus als auch ich nehmen ungeplanten Popschkontakt mit dem Weg auf... wir blicken nochmals zurück... so ein schöner Berg, der zu Unrecht im Schatten seines großen Bruders steht... obwohl eine Gratüberschreitung wär da eine tolle Kombination... (ev. 2009??! ;.))

Wir brauchen annähernd die gleiche Zeit für Aufstieg sowie Abstieg ab der Gowilalm... Oberhalb der Gowilalm haben wir beim Aufstieg ein urgemütliches Fleckerl entdeckt. Genau dort genießen wir die letzten Sonnenstrahlen und die warmen Temperaturen bei einem Nickerchen.. ich hab sogar komische Schnarchgeräusche vernommen, oder kamen die wohl von den Gämsen? Liegend blicke ich nochmals zum Großen Priel hinüber, ein Muss auf meiner Bergliste 2009!Die Gowilalm hatte noch geöffnet, wir setzen jedoch den weiteren Abstieg fort. Was für ein Traumtagerl... doch auch dieser hat ein Ende, wir steigen ins Auto und begeben uns wieder ins Nebelloch...

Wer geht schon auf den Kleinglockner wenn er den Großglockner haben kann? Wer jedoch aus diesem Grunde nur auf den 200m höheren Großen Pyhrgas wandert, hat sicher was versäumt. Auch der "Kleine" beeindruckt und bietet alpinen Charakter! Und außerdem hat man nur vom Kleinen einen grandiosen Ausblick auf den Großen! ;-) Super Tour, super Tag. Absolut empfehlenswert!

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